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Venus und Adonis

Was geschieht, wenn die Göttin der Liebe ihrer eigenen Macht verfällt und sich verliebt?
Auf einem Jagdspaziergang begegnen sich Venus und Adonis, Sprache und Musik.



Shakespeare schrieb sein dem Earl of Southampton gewidmetes Versepos „VENUS UND ADONIS“ im Jahr 1593, als wegen der in London wütenden Pest kein Theater gespielt wurde und für Bühnenwerke kein Bedarf bestand.
In der Widmung von „VENUS UND ADONIS“ nennt Shakespeare dieses Werk den „ersten Sprössling“ seiner Erfindung. Da jedoch zu jener Zeit die Theaterproduktion nicht zur Literatur gerechnet wurde, bedeutet dies nur, dass es sich um die erste seiner Verdichtungen handelt.

Im zehnten Buch der „Metamorphosen“ von Ovid findet sich die Geschichte vom Jüngling Adonis, der sich den Reizen der Göttin Venus entzieht, und deshalb von einem Eber zerrissen wird. Shakespeare wandelt Ovids Erzählung der Beziehung zwischen der Liebesgöttin und dem schönen Jäger insofern ab, als dass er aus dem willigen Liebhaber einen höchst unwilligen macht, was Stoff für eine Vielzahl auch komischer Konflikte sorgt. Als sich Adonis schließlich aus den Umklammerungen der Venus befreit, um jagen zu gehen, wird er von einem Eber getötet und als Blume aus dem eigenen Blut wiedergeboren. Zwischen den Brüsten der trauernden Venus fliegt er in den Himmel auf.

„Die ganze frische Sinnlichkeit der Renaissance und des jungen Shakespeare erglüht in dieser Dichtung“, sagt Georg Brandes, ein Shakespeare - Biograph, mit Recht. Und Dowlands Lieder erklingen so, als seien sie eigens für dieses Stück komponiert.

William Shakespeare
(1564 – 1616)


„We are such stuff as dreams are made on; and our little life is rounded with a sleep”

(„Aus Stoff, wie wir es sind werden Träume gemacht; und unser kleines Leben beginnt und endet mit einem Schlaf“)
(Der Sturm)

Nur wenige Lebensdaten Shakespeares sind verbürgt, unser Wissen von und über Shakespeare ist bis heute lückenhaft.
„Alles, was man über Shakespeare einigermaßen zuverlässig weiß“, bemerkt 1744 der Engländer Steevens, „ist, das er in Stratford am Avon geboren wurde, dort heiratete und Kinder hatte, nach London reiste, wo er als Schauspieler begann und Gedichte und Dramen schrieb, wieder nach Stratford ging, seinen letzten Willen aufzeichnete, starb und begraben wurde.“

„Shakespeare gibt uns in silbernen Schalen goldene Äpfel. Wir bekommen nun wohl durch das Studium seiner Stücke die silberne Schale, allein wir haben nur Kartoffeln hineinzutun …“ (J. G. Goethe)

John Dowland
(1562 – 1626)


Popstar der Renaissance

Es war einmal ein Musiker, der reiste länger in Europa herum, als er zu Hause war. Er wurde gefeiert, wo immer er hin kam und auftrat. Er wurde mit Geschenken überhäuft. Er war ein Wunder auf seinem Instrument. Er war so etwas wie ein Pop-Star. Er wurde an Höfen, an denen er arbeitete, besser bezahlt als Staatsminister. Er war ein Marketinggenie.
Seine Alben lagen beinahe in jedem höheren Haushalt. Er tänzelte trotzdem immer am Rande der Pleite, gab mehr Geld aus, als er hatte.

Er wurde wahrscheinlich 1562 in der Nähe von Dublin geboren, und seit seinem 17. Lebensjahr in höfischen Diensten führte ihn sein unstetes Leben u. a. nach Paris, Wolfenbüttel, Kassel, Venedig, Florenz und 1598-1606 in den Dienst Christians IV. von Dänemark, wo er als königlicher Kammerlautenist ein einem Staatsminister entsprechendes Gehalt erhielt. 1612 wurde er einer der königlichen Lautenisten des englischen Königs, 1626 starb er in London. <

Und wie dir Douland lieb, der Melodien
Aus Saiten lockt, berauschend, mannigfaltig,
So lieb ich Spensers tiefe Phantasien,
Die überzeugen, weil sie allgewaltig.

(William Shakespeare)

Heike Porstein (Gesang)

geboren 1970 in Darmstadt, erhielt ihren ersten Gesangsunterricht mit 19 Jahren. Nachdem sie ihr Pädagogikstudium abgeschlossen hatte, studierte sie 1995 – 1999 Gesang bei Prof. Martin Christian Vogel an der HfM Detmold. Parallel besuchte sie Meisterkurse u. a. bei Barbara Schlick und erhielt „consultation lessons“ bei Emma Kirkby in England. Seit der Spielzeit 2000/2001 ist sie am DNT Weimar engagiert.
Heike Porstein tritt regelmäßig als Solistin innerhalb und außerhalb Deutschlands auf. So sang sie im Leipziger Gewandhaus und trat in England in Händels „Messiah“ auf; in Italien war sie in Haydns „Schöpfung“ und Bachs „h – Moll - Messe“ unter der Leitung von Reinhard Goebel zu erleben

Jürg Wisbach (Rezitation)

Geboren 1964 in Pirna, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Berlin. Anschließend war er in Würzburg, Oldenburg, Hamburg, Nürnberg und Erfurt engagiert. Seit 2002 ist Jürg Wißbach festes Ensemblemitglied des Deutschen Nationaltheaters Weimar. In der aktuellen Spielzeit ist er u. a. in der Rolle des Präsidenten von Walter in „Kabale und Liebe“, als Bürgermeister in „Der Drache“, als Alfons II. in „Torquato Tasso“ und als Holofernes in „Judith“ zu sehen.



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